Länderkampf: Schweiz, Deutschland, Grossbritannien, Frankreich
Für Nala Pête und Loa Walser war der 1. November 2025 ein ganz besonderer Moment, ihr erster Auftritt für die Schweiz am U13 Länderkampf in Biel.

Die Aufregung und Nervosität waren entsprechend gross.
Rund 20 Turnerinnen und Eltern des Turnsport Rüti reisten nach Biel, um Nala, Loa und das gesamte Schweizer Team lautstark zu unterstützen. Die Schweizer Athletinnen wurden von der Rütner Fangruppe begeistert angefeuert.

Solider Auftakt am Stufenbarren
Am Startgerät, dem Stufenbarren, zeigte Loa eine überzeugende Übung. Während andere Schweizerinnen das Gerät mehrmals verlassen mussten, gelang es ihr, fehlerfrei durchzuturnen. Ihr Jägersalto als Höchstschwierigkeit und der gelungene Doppelsalto-Abgang wurden mit Applaus belohnt.
Nala hingegen hatte Pech: Nach einem hohen Jägersalto und einem sauberen Paksalto musste sie das Gerät bei der Bückfelge mit ganzer Drehung gleich zweimal verlassen – was sich sowohl im D- als auch im E-Wert deutlich bemerkbar machte.
Schwierigkeiten am Balken
Am Balken zeigte Loa bereits beim Aufgang Unsicherheiten und musste mehrere Stürze in Kauf nehmen. Besonders schade, da sie eigentlich über eine starke Balkenübung verfügt – vielleicht war es der Druck oder das laute Anfeuern der französischen Turnerinnen, das ihre Konzentration beeinträchtigte.
Nala kam zwar mit einigen Wacklern, aber ohne Sturz durch ihre anspruchsvolle Übung und konnte wichtige Punkte fürs Team sichern.
Starke Auftritte am Boden und Sprung
Nach dem holprigen Start liessen sich die beiden nicht entmutigen – denn Boden und Sprung gehören zu ihren Paradedisziplinen.
Nala überzeugte mit einem tollen Doppelsalto und einer energiegeladenen, ausdrucksstarken Choreographie, die ihr 12.00 Punkte einbrachte.
Loa beeindruckte gleich mit zwei Doppelsaltos, musste jedoch beim zweiten (gehockt) einen Sturz hinnehmen. Ihre elegante und kraftvolle Darbietung zog das Publikum dennoch in den Bann.
Am Sprung zeigten beide souverän ihre geplanten Sprünge und beendeten den Wettkampf mit einem versöhnlichen Abschluss.

Das Schweizer Team belegte schliesslich den 4. Rang.
In der Einzelwertung war Nala mit Rang 16 beste Schweizerin, Loa folgte knapp dahinter auf Platz 19.
Qualifikation für den Gymnova Cup in Belgien
Der Länderkampf diente gleichzeitig als Qualifikation für den Gymnova Cup im belgischen Keerbergen. Nationaltrainer Chris Lakemann (U15) musste entscheiden, welche zwei Turnerinnen die Schweiz eine Woche später vertreten würden.
Am Montag folgte die erfreuliche Nachricht: Sowohl Nala als auch Loa wurden nominiert! Die Freude war auf beiden Seiten – bei den Turnerinnen wie auch im Trainerteam – riesig.

Erstes internationales Abenteuer in Belgien
Begleitet von U15 Nationaltrainer Chris Lakemann, aber ohne ihre Vereinstrainerin Yana Polkina, reisten die beiden erstmals zu einem Wettkampf ins Ausland.
Am Freitag fand nach der Ankunft in Keerbergen das erste Training in der Wettkampfhalle statt. Trotz einiger Unsicherheiten blieben Nala und Loa optimistisch und entschlossen, am Wettkampftag noch eine Schippe draufzulegen.

Die jüngeren Turnerinnen wurden bei Gastfamilien, die älteren Athletinnen und Coaches in Hotels untergebracht – eine zusätzliche Herausforderung, die beide aber souverän meisterten.
Wettkampf mit Erfolg gekrönt
Am Samstag um 10 Uhr startete der Wettkampf mit dem Boden. Nala zeigte erneut eine sehr schöne Übung, während Loa sich im Vergleich zum Länderkampf enorm steigerte: Beide Doppelsaltos standen sicher, die gesamte Übung wirkte ausdrucksstark und sauber. Mit 12.20 Punkten qualifizierte sich Loa sogar für das Bodenfinale am Sonntag.

Nala überzeugte besonders am Stufenbarren und am Sprung. Um ins Sprungfinale zu gelangen, musste sie zwei verschiedene Sprünge zeigen – und meisterte beide: den Tsukahara gehockt mit ganzer Drehung sowie erstmals den Überschlag Salto gehockt. Damit sicherte sie sich neben dem Barrenfinale auch den Startplatz im Sprungfinale.
In der Gesamtwertung belegte Nala den hervorragenden 2. Platz bei den Youngsters, Loa erreichte Rang 9. Gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen gelang den Schweizerinnen sogar der Überraschungssieg in der Teamwertung – ein grossartiger Erfolg!

Der Turnsport Rüti ist unglaublich stolz auf euch!
Ein herzlicher Dank geht auch an Yana Polkina, die die beiden täglich trainiert und optimal auf diese Wettkämpfe vorbereitet hat, sowie an Nationaltrainer Chris Lakemann für die hervorragende Betreuung vor Ort.
Bericht: Marlen Müller

